Wissenschaft

Hämatologie, Onkologie, Stammzell- und Immuntherapie

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Fortschritte in der Hämatologie und Onkologie sind ohne neue Grundlagenerkenntnisse und ohne Weiterentwicklung von Diagnostik und Therapie unmöglich. Das Zentrum für Hämatoonkologische Erkrankungen (ZHOE) stellt sich dieser Herausforderung durch Erarbeitung eigener Forschungsprojekte und Teilnahme an klinisch-wissenschaftlichen Studien, die nachfolgend vorgestellt werden.

Liquid Biopsy
Liquid Biopsy

Mit „Liquid Biopsy“ wird ein diagnostisches Verfahren bezeichnet, bei dem zellfreie Nukleinsäuren aus Körperflüssigkeiten, in der Regel zirkulierende freie Desoxyribonukleinsäuren („cirulating free“ DNA, cfDNA) aus peripherem Blut, angereichert und anschließend molekulargenetisch untersucht wird. Mittels Liquid Biopsy können tumorspezifische Mutationen in zirkulierender DNA direkt aus Patientenplasma analysiert werden.

Liquid Biopsy kommt bei verschiedenen Tumorerkrankungen zur Anwendung. Ziel des Untersuchungsverfahrens sind die Überwachung und die Steuerung von Therapien in Abhängigkeit vom Mutationsstatus und der Mutationslast. Bei entsprechenden Veränderungen  und einem Fortschreiten der Erkrankung sollen zukünftig Tumortherapien individuell angepasst werden.

Am Knappschaftskrankenhaus Bochum wird die Analytik mittels Liquid Biopsy seit einigen Jahren durchgeführt und weiterentwickelt. Basierend auf Vorarbeiten wurde u.a. eine klinische Phase-II Studie initiiert. Die MoLiMoR-Studie (EudraCTNo.2019-003714-14, Leiter von PD Dr. Baraniskin) ist eine randomisierte Studie, die an 30 Zentren in Deutschland und Österreich durchgeführt wird. In die Studie werden Patienten untersucht und behandelt, bei denen unter einer Erstlinientherapie mit FOLFIRI im Verlauf mittels Liquid Biopsy keine RAS-Mutationen im Blut nachweisbar sind. Primäres Studienziel ist die Auswertung des progressionsfreien Überlebens (PFS).

Aktuelle wissenschaftliche Projekte der Arbeitsgruppe Liquid Biopsy beschäftigen sich mit Fragestellungen zur:

  • Molekularen Diagnostik aus Liquor cerebrospinalis bei Patienten mit ZNS-Lymphomen,
  • Optimierung von Chimärismus-Analysen,
  • Früherkennung von Abstoßungsreaktionen nach Nieren- und Pankreas-Transplantationen durch Detektion von Spender-DNA im Plasma,
  • Optimierung von CAR-T Zelltherapien bei Lymphomen und Multiplen Myelomen,
  • Analytik von BRAF- und PI3K-Mutationen sowie HER2-Amplifikationen bei verschiedenen Tumoren.

Projektmitarbeiter sind: Dr. Mika, Prof. Schroers, PD Dr. Baraniskin, Dr. Klein-Scory.

Zelluläre Immuntherapie
Zelluläre Immuntherapie

Immunologische Zelltherapie macht sich die Killereigenschaften von spezialisierten Abwehrzellen im Kampf gegen Tumorzellen zu nutze. So kann das körpereigene Immunsystem bei bestimmten Krebsarten durch Medikamente unterstützt werden, im Rahmen einer allogenen Blutstammzelltransplantation ausgetauscht werden oder mittels gentechnischer Verfahren (CAR-T Zelltherapie) zielgerichtet gegen Tumore eingesetzt werden.

Die wissenschaftliche Arbeit zu zellulären Immuntherapien am ZHOE hat das Ziel, die klinischen Ergebnisse dieser Behandlungsverfahren zu verbessern. Hierzu wird in Kooperation mit der Abteilung für Molekulare Gastroenterologische Onkologie (Prof. Hahn, RUB) Grundlagenforschung betrieben. In Zusammenarbeit mit dem Immunologischen und Molekularbiologischen Labor (IMBL, Dr. Klein-Scory) werden translationale Forschungsvorhaben berarbeitet. Ein Forschungsschwerpunkt stellen CAR-T Zellen dar.

In Kooperation mit anderen Kliniken und Abteilungen an der RUB und in der Region, werden Zelltherapien auch bei nicht-hämatologischen Erkrankungen (Progressive Systemische Sklerose, Multiple Sklerose) erforscht.

Projektmitarbeiter sind: Dr. Mika, Dr. Nilius-Eliliwi, Dr. Klein-Scory, Prof. Schroers.

Genetik
Genetik

Resistenzmechanismen bei zielgerichteten Therapien

Zielgerichtete Medikamente sind heute Standard in der Behandlung onkologischer Erkrankungen. Dabei attackieren diese Medikamente tumortypische Veränderungen (zum Beispiel aktivierte Proteine) und hemmen so das Tumorwachstum. Während viele Patienten bereits initial nicht auf diese Medikamente ansprechen (Primärresistenz), versagen bei anderen Patienten diese Therapien im Verlauf der Behandlung (Sekundärresistenz).

In Kooperation mit der Molekularen Gastroenterologischen Onkologie an der RUB (MGO, Prof. Hahn) konnte in den letzten Jahren ein Projekt zur Erforschung von Resistenzmechanismen insbesondere bei Darmkrebserkrankungen initiiert werden. Hierbei wurden große Xenograft-Banken für kolorektale und Pankreaskarzinome aufgebaut. Neben potentiell neuen Behandlungsoptionen werden derzeit unterschiedliche Resistenzmechanismen gegen zielgerichtete Therapeutika untersucht.

Projektmitarbeiter sind: Dr. Vangala, Dr. Nilius-Eliliwi, Prof. Hahn (Förderung: DKH, Translationale Onkologie)


Strukturelle Genetische Varianten in hämatologischen Neoplasien

Trotz fortschreitender Behandlungserfolge bei Leukämien und Lymphomen kann die Aggressivität einzelner Erkrankungen nach wie vor vielfach nur unzureichend vorhergesagt werden. In enger Kooperation mit der Humangenetik an der RUB (Prof. Ngyuen) wird mit Hilfe der neuen Methode des „Optical Genome Profiling“ an einer genaueren genetischen Klassifikation insbesondere von Akuten Myeloischen Leukämien (AML) geforscht. Erkenntnisse aus diesem Projekt sollen zukünftig helfen, eine individualisierte Therapiesteuerung zu ermöglichen.

Projektmitarbeiter: Dr. Nilius-Eliliwi, Dr. Vangala, Prof. Schroers, Prof. Nguyen

 

Erblicher Darmkrebs

Versorgungsforschung

Als Gründungsmitglied des Deutschen Konsortiums für Erblichen Darmkrebs beteiligt sich das ZHOE aktiv an der Verbesserung der Versorgung dieser Patientengruppe. Hierbei werden auf Grundlage der erhobenen Daten u.a. Vorsorgeempfehlungen laufend aktualisiert und optimiert.

Projektmitarbeiter: Dr. Nilius-Eliliwi, I. Alo, Dr. Vangala

Grundlagenforschung

In Kooperation mit der Humangenetik an der RUB und der Humangenetik der Universität Tübingen wird derzeit ein Forschungsvorhaben mit dem Ziel der Identifikation von unbekannten genetischen Varianten als Ursache für erblichen Darmkrebs verfolgt. Hierbei sollen moderne zyto- und molekulargenetische Methoden zum Einsatz kommen. Mittelfristig dient auch dieses Projekt einer besseren und individuelleren Versorgung von Risikopatienten.

Projektmitarbeiter: Dr. Vangala, Prof. Nguyen

Klinische Forschung
Klinische Forschung

In erster Linie beteiligt sich das ZHOE an den klinisch-wissenschaftlichen Protokollen folgender Studiengruppen:

Eine aktuelle Auflistung der am ZHOE aktuell aktiven Studienprotokolle können Sie über das Studiensekretariat erfragen (FON: 0234 299-83403; Julia.buss@kk-bochum.de).

Schroers, Roland Prof. Dr. (Ltd. OA Med. Klinik)

R. Schroers

D. Vangala

S. Klein-Scory

T. Mika

V. Nilius-Eliliwi

baraniskin

A. Baraniskin

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